Der Internationale Rhönradturn-Verband (IRV) ist der Weltverband für das Rhönradturnen. Er wurde im Januar 1995 in Basel, Schweiz, gegründet.

Mitglieder sind die das Rhönradturnen vertretende Sportverbände aus den Ländern:

  • Belgien (seit 1995, mit Unterbrechung von 1998 bis 2003)
  • Deutschland (seit 1995)
  • Japan (seit 1995)
  • Niederlande (seit 1995)
  • Norwegen (seit 1997)
  • Österreich (seit 2003)
  • Schweiz (seit 1995)

Der Weltverband ist offen für weitere nationale Verbände. Er führt in jeweils zweijährigem Rhythmus Rhönrad-Weltmeisterschaften, Weltcups und Internationale Trainingscamps durch. Präsident ist seit 3. Mai 2005 der Deutsche Paul Sieler.
Die 1. Weltmeisterschaften im Rhönradturnen wurden 1995 in Den Helder (NL) ausgetragen

Europameisterschaften:
  • 1992 Liestal (Schweiz)
  • 1993 Marmande (Frankreich)
  • 1994 Almada (Portugal)
Weltmeisterschaften:
  • WM 1995 in Den Helder (Niederlande)
  • WM 1997 in Antwerpen (Belgien)
  • WM 1999 in Limburg (Deutschland)
  • WM 2001 in Liestal (Schweiz)
  • WM 2003 in Lillehammer (Norwegen)
  • WM 2005 in Aachen (Deutschland) und Bütgenbach (Belgien)
  • WM 2007 in Salzburg (Österreich)
  • WM 2009 in Baar (Schweiz)

Das Rhönradturnen
Das Rhönrad wurde 1925 von Otto Feick im Gebiet der bayerischen Rhön erfunden. Es gibt drei Einzel-Disziplinen: das Geradeturnen, das Spiraleturnen und den Sprung. Alle drei Disziplinen zusammengefasst ergeben den Mehrkampf. Lassen Sie sich im Folgenden ganz kurz die einzelnen Disziplinen erklären:
Gerade
Geradeturnen
Beim Geradeturnen rollt das Rad auf beiden Reifen in einer vorgegebenen Fläche vom 23m auf 3m. Es werden Kürübungen vorgeturnt, die teilweise aus einem Katalog von vorgegebenen Übungen zusammen gestellt werden. Übungen können mit oder ohne Hilfe der Bindungen (Lederbänder zur Befestigung der Füsse) ausgeführt werden. Wenn ohne Bindungen geturnt wird, erinnern manche Elemente ans Reck- oder Barrenturnen. Speziell bei den Erwachsenen ist, dass auf Musik geturnt wird, was der Geradeturnkür einen speziellen Stellenwert im Rhönradturnen verleiht.
Spirale
Spiraleturnen:
Beim Spiraleturnen bewegt sich das Rad nur auf einem der Reifen, es kreist ähnlich wie eine Münze, die man andreht. In der "großen" Spirale hat das Rad einen Neigungswinkel von 60 Grad, in der "kleinen" Spirale weniger als 30 Grad (siehe Bild). Der Turner hält das Rad durch Gewichtsverlagerung und Armzug auf der jeweiligen Höhe. Eine Kürübung besteht aus mehreren Übungen in der grossen Spirale, einem Abrutschen in die kleine Spirale, 2-3 Übungen in der kleinen Spirale und dem Rad wieder in den Stand führen.
Sprung
Der Sprung
Der Sprung war früher international nur den Turnern vorbehalten. Seit 1999 nehmen auch die Turnerinnen an Wettkämpfen teil. Beim Sprung wird das Rad vom Turner mit Schwung angeschoben, gleich danach läuft er hinter dem Rad her und lässt sich mit Hilfe eines kräftigen Absprungs auf das Rad ziehen. Aus der Grätsch-, Hock- oder Standposition oben auf dem Rad vollführt er dann einen Sprung auf einen Mattenberg. Dies kann z.B. ein Hocksprung, Grätschsprung wie auch ein Überschlag oder Salto sein.